Advarios Kurzgeschichte

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Advario
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Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon Advario » 05.12.2013, 22:32

So hier mal eine Kurzgeschichte aus meiner Feder: I hope you will enjoy reading :beer:

Eine leichte Brise lässt sein Haar im Wind wehen. Eine Strähne fällt ihm ins Gesicht und er lässt es gewähren. Seine Aufmerksamkeit ist auf die Landschaft vor ihm gerichtet, die seine Augen in den Bann zieht. Soweit das Auge reicht grünes fruchtbares Land mit kleinen Wäldchen und einigen Dörfern. Kleine idyllische Bauernhäuser aus Stein, ein Zeichen des Reichtums dieses Landes. Vor ihm ein Bauer auf dem Feld. Den Pflug vor sein Rind gespannt zieht er Furchen in sein Feld und sät die Saat für das nächste Frühjahr. Der massige Körper des Tieres stemmt sich gegen den Widerstand des Erdreiches und zieht den Pflug stetig durch das Feld. Beide Körper glänzen vom Schweiß der schweren Arbeit an diesem heißen Sommertag. Trotz der schweren Arbeit sieht man dem Mann seine tiefe Zufriedenheit mit seinem Leben und seiner Situation an, denn seine Augen haben dieses gewisse Schimmern und als er ihn sieht lächelt er ihn an und macht mit seiner Arbeit weiter. So eine Nachbarschaft ist wahrlich ein Segen. Eine Zufriedenheit, wie man sie oft findet in diesem Land. Sein Haus steht auch in Sichtweite. Seine Frau steht in der Tür und lächelt ihn an. Ihr Aussehen hat ihn schon seit dem ersten Augenblick, als er sie sah, verzaubert und tut es immer noch trotz der langen Zeit. Seine Kinder rennen mit den Nachbarskindern durch die Gegend und spielen fangen. Ach die Jugend mit ihrer Unbeschwertheit und Sorglosigkeit. Wie oft hat er sich schon gewünscht nochmal jung zu sein. Am liebsten würde er zu seiner Frau ins kühle Haus gehen und sein Leben weiter genießen. Seine Beine heben sich und er will losgehen. Auf sein Haus, seine Familie, sein Leben zu.

Plötzlich spürt er eine Hand auf seiner Schulter und er kippt fast um vor Schreck. Die grüne Landschaft verschwindet und macht einer braunen, verkohlten Ödnis platz. Die Tür in der seine Frau stand ist aus den Angeln gerissen und nach innen gefallen. Das Dach verkohlt und in sich zusammen gefallen. Die Felder, wo eben noch der Bauer war, sind verschwunden oder versalzen, die Wälder zerstört und alles schwarz und trostlos. Außer diesem braunen Punkt weit hinten am Horizont, der immer näher kommt. „Los jetzt mach dich fertig! Sonst kommen wir noch zu spät zur Bescherung.“, sagte Valcarim mit einem Augenzwinkern und nahm die Hand von seiner Schulter. „Es ist nicht gut immer an vergangenes zu denken! Du musst im hier und jetzt leben.“ Er kommt wieder in der Wirklichkeit an und bemerkt, dass alle fertig gerüstet sind, nur er nicht. Handschuhe an, Kettenhemd über den Kopf, Helm auf, Schild hoch und Axt in die Hand. Schnell aber sorgfältig sind die Ausrüstungsgegenstände an ihrem Platz. Am Anfang hatte er lange gebraucht um sich an das extreme Gewicht der ganzen Bewaffnung zu gewöhnen, aber mittlerweile stört es ihn kaum noch. „Alles pendelt sich irgendwann ein“, denkt er. Nun schaut er in die Runde seiner Kameraden um ihn herum. Todgeweihte, wie er. Mit ihren eisernen Helmen, den blankpolierten Kettenhemden, den schwarzen Schilden mit ihrem Wappen, dem weißen Stern, und den großen Streitäxten wirkten sie bedrohlich, aber auch gleichzeitig edel und anmutig. Eine Eigenschaft, die er bisher nur bei sich und seinen Brüdern aus Nùmenor und den Elben gesehen hat. In ihren Augen sieht er Entschlossenheit, Wut und teilweise auch Angst. Manche würden diese Angst als Schwäche werten, aber nicht seine Kameraden. Angstlos sind nur dumme Menschen, die die Wirklichkeit nicht erkennen oder sie nicht wahr haben wollen. Durch Angst werden die Sinne geschärft und man ist vorsichtiger. Solange man es versteht diese Angst auf die richtige Art und Weise einzusetzen kann sie sogar ein Vorteil sein. Den Gegner niemals unterschätzen. Die erste Lektion die man lernt hängt auch mit der Angst zusammen. „Woran man so alles denkt, wenn man wartet“, dachte er. Er hatte es selbst bis zu seinem ersten Gefecht nicht verstanden. Nun war er froh über diese Lektion. Valcarim spricht gerade mit Bánros. Er ist sehr beliebt, denn er nimmt sich für jeden seiner Untergebenen Zeit. Eine Eigenschaft, die ihn zu einem guten Hauptmann und zu einem der ihren macht. Ihm würden wir überallhin folgen. Selbst bis zu den Feuern des Schicksalsberges.

„Meine Freunde“, Valcarim war mit den Gesprächen fertig und hob seine Stimme. „Ihr seid mir mehr Familie als meine Verwandten in der Ferne. Was wir zusammen durchgemacht haben ist unbeschreiblich und mehr als jemand normales ertragen könnte. Aber wir haben es geschafft! Wir haben dem Tod ins Gesicht gelacht und dem Namen Nùmenors und unserer Ahnen alle Ehre gemacht! Zahllose Unschuldige haben wir gerettet und ihnen ein neues Leben garantiert. Lasst uns dies noch einmal vollbringen und unsere Feinde von diesem Boden vertreiben und das Land hinter uns beschützen! Kämpft für sie! Kämpft für Nùmenor und für eure Familien!“

Mit diesen Worten beendet Valcarim seine Rede. „Für Nùmenor! Für die Unschuldigen!“ kam die prompte Antwort auf seine Rede. Seine Entschlossenheit greift auf die anderen über und im nächsten Moment sind alle am jubeln, brüllen und johlen. Ihr Kampfgeist wurde neu entfacht und er sah in ihren Augen ein Funkeln aufsteigen, dass nichts gutes für ihre Feinde bedeuten kann. „Ihm würden wir überallhin folgen. Sogar bis zu den Feuern des Schicksalberges!“, dachte er. Sie machen sich bereit ihren letzten Marsch anzutreten. Valcarim vorneweg und er mit seinen Kameraden hinterher. In perfekter Zweierreihe und Gleichschritt, wie ihn nur langer Drill hervorrufen kann, marschieren sie. Begleitet wird der Marsch vom Geräusch von scheuerndem Leder auf Metall, dem Marschtritt der Männer und dem anschwellenden Lärm der gegnerischen Meute. Eine Marschkapelle könnte dem Marsch nicht mehr Glanz verleihen, als ihre Mentalität es tut. Der kleine Trupp nähert sich dem Feind. Ihr Tritt wird schneller und steigert sich immer weiter bis sie laufen. Er entdeckt einen kleinen Schmetterling vor sich. „Was macht nur ein Schmetterling an diesem Ort?“, fragte er sich. Er war klein und hatte ein wunderbares Muster auf den Flügeln. Blau wie das Meer war er. Und die Fronten trafen aufeinander.
Zuletzt geändert von Advario am 07.12.2013, 11:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon SohnEorlingas » 06.12.2013, 21:07

Gefällt mir wirklich sehr gut :yes: ! Deine Beschreibungen sind sehr schön und hoffe, wir bekommen öfters was von dir zu hören!

P.S.:

Gliedere deine Texte in Zukunft mit Absätzen und so, denn ich konnte deinen Text nur unter großer Anstrengung lesen, da ich vier, fünf mal immer in der selben Zeile gelandet bin.
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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon savonarola » 07.12.2013, 16:34

Ich hab die Geschichte jetz 4-5 mal gelesen. Toll! Wirklich gelungen! Sehr geschickt bindest du eine Rückblende ein, ohne einen "echten" Zeitsprung zu machen. Dein Ausdruck ist gewählt und an vielen Stellen hast du die perfekten Worte gefunden.

Das Ende gefällt mir am besten. Du hast darin eine Grundstimmung des Herrn der Ringe einfangen.

Formal gesehen würde ich noch ein paar mehr Absätzer einfügen (keine Komplette Lehrzeile sondern nur einen Zeilenumbruch).

Und zum Schluss: Möchtest du deine Geschichte beim Mini-KG-Wettbewerb hier im Forum einreichen?
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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon SohnEorlingas » 08.12.2013, 11:49

savonarola hat geschrieben:Und zum Schluss: Möchtest du deine Geschichte beim Mini-KG-Wettbewerb hier im Forum einreichen?


Guck mal zu den Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs... viewtopic.php?f=19&t=27533
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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon Advario » 08.12.2013, 18:21

Danke sehr für das Lob :kissed:
Die Texte hatte ich mehr gegliedert, aber das ging beim Hochladen leider verloren :(
@savonarola: Ich weiß nicht, ob das halt noch geht ....

Lg
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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon Gerina » 29.08.2015, 17:00

Hervorragende Erzählung. Da die Premiere dieser Geschichte schon einige Zeit zurück liegt, habe ich eine Frage zu weiteren Werken. Kann man irgendwo weitere Kostproben Ihrer Werke bekommen?.

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Re: Advarios Kurzgeschichte

Beitragvon Advario » 29.08.2015, 18:27

Ich glaube du musst hier niemanden Siezen :D

Leider habe ich noch keine weitere Geschichte geschrieben. Mache ich aber möglicherweise in nächster Zeit wieder :)
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