Cylchírions Feder

Kurzgeschichten, Sonstiges etc.
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Cylchírion
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Beitragvon Cylchírion » 22.09.2011, 22:09

Hallo Leseratten. :nice:
Ich hoffe etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen indem ich euch hier meine Kurzgeschichten darbringen werde. Da es sich um Kurzgeschichten handelt, werden diese auch so wie man es in der Schule gelernt hat, gehandhabt. Außer jemand möchte, das ich einen Plot oder dergeichen weiterführe. Somit bitte ich auch um Kritik und eventuelle Änderungsvorschläge.

Viel vergnügen mit einem meiner ersten Texte.
Zuletzt geändert von Cylchírion am 14.12.2014, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 22.09.2011, 22:11

Aus den Wüsten Harads

Bevor die weite Steppe Sauron die Treue geschworen hatte, lebten die Haradrim uneins und verstreut als Nomaden.
Es gab jedoch einen unter Ihnen, der mehr wollte. Einen, der das Wüstenvolk vereint sehen wollte. Und dies nicht nur für den Krieg. Dieser Mann war jemand, der den Konflikt nicht scheute, ihn jedoch gegen Diplomatie tauschte. So lange sein Volk nicht bedrängt wurde. Und dies wurde es, seit Beginn des dritten Zeitalters. Seid die schwarzen Numenor, durch ihre Verwandten aus Gondor gestürzt worden waren.

An einem Tage des dritten Zeitalters, welcher unter einer heißen Sonne in der Wüste rasch anbrach, begab sich dieser Mann mit einem der seinen nach Harmindon. Einer alten Handelsstadt, welche dort wo die Harad-Straße, die nach Süden führt, den Fluss Harnen kreuzt, in die Höhe ragte. Sie wollten sehen ob es etwas Neues aus dem Norden zu berichten gab. Schnelle, schwarze Pferde ritten sie. Solche, die es nur bei den Haradrim der fernen Savannen gab.
Sie erreichten die Stadt und durchquerten sie zu fuß. Bis zum nördlichen Marktviertel. Hier gab es alles. Waren aus der Wüste. Von den Mahud welche als erstes die mächtigen Mumakil gezähmt haben sollen. Von den Korsaren aus Umbar am Meer. Und Handelswaren aus Gondor. Ob gehandelt oder geraubt war hier egal. Hauptsache der Wert stimmte.
Der Mann der mit ihm gekommen war hob seinen Wasserbeutel an um zu trinken.

Ein Bote, ganz in Rot und Blau gekleidet kam ihnen rennend und schnaufend entgegen.
„Mein Herr! Mein Herr!“
Er fiel vor seinem Herrn in den Staub und versuchte Luft zu holen.
Der Kommandant entriss seinem Gefolgsmann den Wasserbeutel und kniete sich hin. Er übergab den Beutel, welchen der Bote dankend leerte.
„Komm erst einmal zu Atem. Dann sprich rasch!“
„Danke mein Herr! Ein Heer aus Mordor ist in diese Richtung unterwegs. Sie marschieren unter dem Roten Auge!“
Der Kommandant erhob sich wieder und blickte in die Richtung aus der der Bote gekommen war. Am Horizont war eine Staubwolke zu sehen. Eine die, so wusste er, seine Träume zerstören würde.
„Mordor kommt. ER fordert unsere Loyalität!“
Zuletzt geändert von Cylchírion am 17.10.2011, 21:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Aule4289 » 22.09.2011, 22:17

Erster :P

Also, erstmal: äußerst stilvolle Überschrift.
Ne im Ernst, du schreibst sehr detailliert, leider gab es denno recht wenig Inhalt, auch wenn es, wenn man so will, eher die Vorgeschichte plus Einleitung war.
Aber dass direkt schon gekämpft wird ist etwas übereilig (eher im Begriff zu kämpfen).
Naja, sehen wir, was daraus wird.
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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 22.09.2011, 22:28

Danke dir. :)
Wie gesagt, ich versuche alles schön kurz aber dennoch korrekt zu halten. Es soll ja bei Kurzgeschichten bleiben. Einen direkten Kampf würde ich vlt nicht draus machen wollen. Ich hatte vom Grundprinzip bei dem Text eben den Gedanken entwickelt, genau bei der Stelle anzufangen, als Sauron die Haradrim für den Ringkrieg anwirbt. Ich habe noch keinen Text gefunden, in dem beschrieben ist wie er dies getan hat. Und wer SuM1 gespielt hat, hat da ja zwei möglichkeiten! Und eben dieses habe ich Auslassen wollen. Was den Haradrim angeht den ich beschreiben wollte, hatte ich zuerst mit dem Gedanken gespielt Suladan zu nehmen, aber dessen Geschichte ist ja, zumindest mir, bekannt.
Vlt. mach ich ja noch zwei Seiten draus!? ;)

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon _Cody_ » 22.09.2011, 22:33

Ich finde die Geschichte sehr schön geschrieben. Und so kleine Geschichten lese ich auch, bei größeren fehlt mir dazu die Zeit und Lust. :nice:

Ich wäre dafür die schreibst noch mehr solcher kruzen Passagen, die aber alle zusammenhängen. Ob du jetzt immer die gleiche Person nimmst oder zwischen Chef, Diener etc. hin- und herspringst ist dir überlassen. Oder wie du sagst die Sachen von beiden Seiten darstellst.

Ich bin auf jedne Fall gespannt auf mehr.

Cody

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Aule4289 » 22.09.2011, 22:39

Heißt die Geschichte ist jetzt zu Ende?
Wär so oder so gut.
Entweder es wird ne schöne Geschichte mit Story oder...ja oder es wird ne Kurzgeschichte^^
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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 22.09.2011, 22:44

Cylchírion hat geschrieben: Vlt. mach ich ja noch zwei Seiten draus!? ;)


Abwarten! Es war erstmal ein Versuch um zu gucken wies ankommt. Außerdem kann ich hier vlt. auch Textpassagen entwerfen, die andere für inspirieren oder sogar übernehmen möchten. Ich weiß auch noch nicht so ganz in welche Richtung ich gehen werde. Und wies die Zeit zulässt. Nur Böse? Weil, von den Guten ist, denke ich, genügend bekannt. Da ich eigentlich Isengart habe, werde ich da auch Texte schreiben. Und aus den Südlichen Landen kann man viel rausholen.

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Glorfindel11 » 23.09.2011, 05:42

Hallo,

ich finde die Geschichte sehr interressant und freue mich auf eine Fortsetzung.
Kritikpunkte sin kaum vorhanden, außer das ich einzelne Kapitelüberschriften machen würde oder die Kapitel wenigstens nummerieren würde. Vom Inhalt gefällt es mir auch sehr gut nur ab und an finde ich dort seltsame Formulierungen, zum Beispiel "Königreich Harad" stört mich am meisten da es soetwas nicht gibt!
Allgemein gefällt mir deine Geschichte jedoch

MfG
Glorfindel11

PS: Cody, was meinst du mit größeren Geschichten :P
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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 12.10.2011, 20:36

Ich wollte euch nur darüber informieren, dass ich gerade an mehreren Texten arbeite aber nicht wirklich zum schreiben komme, da mich meine "Reale"-Arbeit ganz schön einspannt! :kotz:
Aber seid gespannt ;)

Glorfindel11 hat geschrieben:zum Beispiel "Königreich Harad" stört mich am meisten

Erfolgreich Editiert :yes:

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 27.10.2014, 20:58

Nach nun ziemlich genau drei Jahren, ist es mir vergönnt, gleich zwei weitere Kurzgeschichte anzukündigen. Meine "reale"-Arbeit hat mich leider nicht wirklich losgelassen und eine weitere Geschicht wollte ich schon lange hier einstellen. Da mir zwischenzeitlich allerdings einiges durch den Kopf gegangen ist, hoffe ich nun mit meinen nächsten beiden Kurzgeschichten, wieder und weiterhin anklang zu finden!
Die erste Geschichte ist mir schon lange durch den Kopf gegeistert. Eine, evtl. unpassende, aber interessante überlegung, wie ich finde! Was macht das Böse eigentlich zum Bösen? Was das Gute zu eben diesem? Hat nicht ein jeder das recht zu entscheiden? Oder wird in der Welt von Tolkien den Geschöpfen, dieses Recht von Geburt an genommen zu entscheiden, auf welche Seite es sich zu stellen vermag?
Zu der Zweiten ist nicht viel zu sagen! Lest lieber selbst ;)

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Kandahar » 27.10.2014, 21:58

Die erste Geschichte ist mir schon lange durch den Kopf gegeistert. Eine, evtl. unpassende, aber interessante überlegung, wie ich finde! Was macht das Böse eigentlich zum Bösen? Was das Gute zu eben diesem? Hat nicht ein jeder das recht zu entscheiden? Oder wird in der Welt von Tolkien den Geschöpfen, dieses Recht von Geburt an genommen zu entscheiden, auf welche Seite es sich zu stellen vermag?
Zu der Zweiten ist nicht viel zu sagen! Lest lieber selbst ;)


Eine wirklich schöne Geschichte (vorallem das Harad Setting gefällt mir als Spieler Weit Harads sehr gut ;-) )
Ich finde die Thematik auch sehr ansprechend. Was macht das böse zum Bösen und vice versa. Hier fällt mir spontan auch das Gespräch Faramirs mit den Hobbits ein, in welchem er einen jungen gefallen Haradrim seine letzte Ehre erweist und laut darüber nachdenkt, welch Motiv bzw. Zwang ihn in den Krieg geführt haben mag.
Das ist eine gänzlich andere Ansicht entgegen einiger anderen Gondorianer die die Haradrim bereits vorab als einen "bösen" und grausamen Menschenschlag bezeichnen. Ich halte die Haradrim da als wesentlich zivilisierter :-)

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 09.11.2014, 20:35

Von dunklen Verließen

Die Uruk-hai, die größten und wildesten Kreaturen im Dienste der weißen Hand und des Roten Auges, waren wahrlich ein Ebenbild der Bosheit ihrer Schöpfer.
Orks, durch verderbte Zauberkraft gekreuzt mit Bilwissmenschen. Eine Rasse, zäher als Ihre kleinen Verwandten und das Tageslicht nicht scheuend! Groß, gefährlich und stark!

Doch, einmal angenommen, was wenn eines dieser Geschöpfe, dem Geburtsrecht abschwörend bis zum Tode dem Bösen zu dienen, einen anderen Weg einzuschlagen vermag…

Er wachte auf. Sein Kopf dröhnte. Laub unter seiner schweren Rüstung fühlend, nahm er seinen Helm vom Kopf. Ein Windstoß, welcher kurz hinter dem Waldrand unter den unzählbaren Jahren der hier stehenden Bäume scheinbar erdrückt wurde, ließ einen Geruch zu ihm herüberwehen.
Leder. Metall. Totes Fleisch. Das seiner Artgenossen. Sein Kopf drehte sich in die Richtung aus der der Geruch herüber geweht wurde.
Die Menschen, von denen sie eine Nacht zuvor angegriffen wurden, hatten seine Horde aufgeschichtet und in Brand gesetzt.
Alle hatten Sie vernichtet. Bis auf ihn. Ihn, so scheint es, hatten Sie übersehen. Er lag direkt hinter dem Waldesrand unter Laub und Geäst. Was war passiert?
Seine Rüstung zusammensuchend, schnüffelnd, ob sich noch jemand in Reichweite befand, sammelte er alles ein, was er gebrauchen konnte. Sein Auftrag… ihr Auftrag, war dahin. Die Halblinge… entkommen, oder tot. Eine Rückkehr nach Isengart war logisch. Aber dort, so wusste er, warteten die Warge nur schon auf Ihn. Ein Bote mit schlechten Nachrichten, sei es im Dienste des Roten Auges oder der Weißen Hand, würde nicht nur eines davon verlieren!

Ein Geruch stach ihm in die Nase! Elb…Zwerg…Mensch! Wohin? Wohin sollte er sich wenden? Ein Uruk-Hai mit ein wenig zu viel Mensch in sich… konnte dies gut gehen? Ein Ork, wäre geflohen, jämmerlich zu seinem Meister zurückkriechend, den tot gewiss empfangend. Nein!
Nach Norden! Weg von den Kriegsgeplagten Ländereien. Doch was dann? Ohne Meister? Anführer? Ziel?

Tag und Nacht durchlief er die Wildnis. Durch das Ödland was ihn weiter weg von Isengart führte. In die Ebene von Celebrand. Dort wo ein Seitenarm in den Anduin mündet, kniete er nieder. Und trank. Das Wasser schmeckte nicht. Er war das brennende Gesöff gewöhnt. Die „Medizin“, wie ihr Hauptmann einem Halbling sagte.
Er blickte sich um und sah… ja was sah er? Sein Blick wurde trüb. Ein Haus am anderen Ufer? Ein Mann mit einem Stab? Hatte Saruman ihn gefunden?

Er wachte auf. Sein Kopf dröhnte. Das weiche Gras unter seiner schweren Rüstung fühlend, merkte er ein Stechen. Es war mehr ein knuffen. Er machte die Augen auf. Der alte Mann pikste ihn mit seinem Stab.
„Wach auf! Wer bist du? Was hast du auf meinem Land verloren?“
Geistesgegenwärtig sprang er auf und schlug dem Mann den Stab aus den Händen.
Er fiel hin und hob einen Arm. Schien aber nicht zu wissen, aus welcher Richtung der Angriff kommen konnte!
„Haltet ein“, schrie der am Boden liegende. „Oder wollt ihr einen alten, blinden Mann angreifen, der nur helfen wollte? Ich habe euch kommen hören und wollte nur freundlich sein. Dann sah ich euch dort liegen!“
„Ihr habt mich gesehen? Ihr seid blind alter Mann!“
„Nur weil mich meine Augen im Stich gelassen haben, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht sehen kann! Wollt ihr mir nun aufhelfen und mit mir kommen, oder mich hier liegen lassen? Im Haus brennt ein Feuer, an dem ihr euch wärmen könnt. Und den ein oder anderen Laib Brot habe ich sicher auch noch.“
Der Uruk sah zum Himmel. Überlegte. Wägte ab. Seiner Natur nach, sollte er den Mann eigentlich umbringen und sein Haus einfach plündern. Aber etwas in ihm gebot ihm Inne zu halten.
Er sah zu dem Mann hinab. Streckte seinen Arm aus und half ihm hoch. Auf den Stab gestützt ging der Mann voran.
„Na seht ihr. Niemand hat etwas gegen ein wärmendes Feuer.“
Sie saßen in einer kleinen Hütte am Waldesrand. Um das Haus liefen Schafe und Ziegen. Viele waren es nicht. Der Mann lebte hier alleine.
Das Feuer knisterte und knackte im Kamin. An einer Eisenstange hing ein Kessel der kurz davor war zu pfeifen.
Der Mann saß nahebei auf einem Schaukelstuhl, der Uruk an einem kleinen Holztisch auf einem Schemel und knabberte an dem Brot. Dazu hatte der Mann etwas aufgetischt was er so nicht kannte. Einen weichen gelblichen Brei. Süß und scheinbar lange haltbar. Aber wohltuend und gar nicht so verkehrt, so schien es dem Uruk. Dabei nippte er an der Ziegenmilch. Solche Sachen kannte er nicht. Er aß nur sehr zögernd. Aber er war am Verhungern nach dem langen Marsch.
„So sollte es gut sein. Es darf nicht zu heiß werden und erst gar nicht kochen. Das wird dir gut tun!“
Der Mann tastete vorsichtig nach dem Kessel. „Sei so lieb und stell uns zwei Becher hin. Sie stehen hinter dir in dem kleinen Regal!“
Der Mann kannte sich nun mal aus in seinem Haus und musste nicht sehen können.
Er goss das Gebräu ein. Tastend mit der einen Hand am Becher und bedacht mit der anderen gießend. Und es lief nicht einmal über. Dann hing er den Kessel wieder an die Eisenstange die er zur Seite drehte um das Gebräu weiterhin warm zu halten.
„Trink. Es brennt ein wenig in der Kehle, ist aber eine Wohltat nach einem langen kalten Tag.“
Der Uruk schnüffelte an dem Becher. Es roch wie ähnlich wie der Brei, den er zu dem Brot gegessen hatte. Aber schärfer.
Er probierte einen Schluck und erkannte eine Ähnlichkeit zu der „Medizin“ der Orks.
„Nun verratet mir doch wer ihr seid und woher ihr kommt. Eurem Geruch nach zu urteilen wart ihr lange unterwegs und das nicht in bester Gesellschaft?!“
„Ihr wollt nicht wissen wer ich bin und woher ich komme. Ich will nur weg von dem was hinter mir liegt!“
„Das klingt nach jemandem der dem Krieg entziehen will, der sich im Süden zusammenbraut!“
„Woher wisst ihr davon?“
„Ich sagte doch, ich kann sehen auch ohne Augen! Ich kenne Vögel die mir Geschichten zutragen. Und hier und da kommt auch mal ein Wanderer daher. Aber eher solche, die mir an mein Hab und Gut wollen. Und sich nicht zu mir gesellen wie Ihr!“
„Glaubt mir, es war keine gute Idee mich einzuladen!“
„Und doch habt ihr sie angenommen! Was verfolgt euch das ihr in dieser Richtung unterwegs seid?“
„Mein Schicksal!“
„Eine tiefsinnige Antwort!“
Der Mann streckte seine Hände zu ihm aus.
„Lasst mich euch sehen!“
Der Uruk zuckte und schlug die Hände beiseite.
„Das wollt ihr nicht! Ich bin schon zu lange hier. Ich sollte jetzt gehen!“
„Aber es dämmert. Wo wollt ihr hin, mitten in der Nacht? Vor euch liegt der Düsterwald. Ihr werdet keinen Weg hindurch finden. Erst recht nicht bei Nacht! Lasst mich euch sehen und bleibt mein Gast. Ruht euch aus und erzählt mir von den Geschehnissen im Süden.“
„Na gut. Aber ihr werdet nicht erfreut sein mich zu sehen.“
„Das entscheide ich dann!“
Der Uruk kam näher an den alten. Dieser betastete seine Stirn. Seine Ohren. Seine Nase… und fing an zu zittern.
„Wer oder was seid ihr? Ihr seid kein Elb! Eure Stimme ist zu rau. Eure Stirn zu hoch…
„Ich sagte euch doch, dass es euch nicht gefallen wird.“
Er wandte sich zum Gehen.
„Bleibt hier“, sagte der alte Mann.
„Ihr seid ein Ork?“
„Ein Uruk-Hai!“
„Davon habe ich noch nie gehört!“
„Weil es unsereins auch noch nicht lange auf dieser Welt gibt. Meine Horde wurde getötet. Ich habe als einziger überlebt. Floh aber nicht zu meinem Meister. Dort hätte mich genauso de Tot ereilt wie auf dem Schlachtfeld. Etwas hat mich davon abgehalten. Genauso wie es mich abgehalten hat, euch zu töten!“
Der Mann nahm einen Schluck aus seinem Becher.
„Trinkt noch ein oder zwei Becher mit mir. Ihr scheint verwirrt zu sein. Einen Pfad suchend. Ich kann euch helfen ihn zu finden, wenn ihr dies wünscht?!“
Zuletzt geändert von Cylchírion am 09.11.2014, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Aus Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 09.11.2014, 20:37

Ist doch länger geworden als gedacht. Und ich bin noch nicht fertig. Aber was denkt ihr bis hierhin? Wie kann es weitergehen? Soll es weitergehen? Wenn ja, in welche Richtung sollte es sich entwickeln. Ich habe meine eigene Idee schon parat, wollte aber erstmal horchen was ihr so denkt!

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Re: Cylchírions Feder

Beitragvon Vahayarane » 27.04.2015, 12:29

Auch wenn es auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint einen mehr oder weniger "friedlichen" Ork zu treffen, könnte man es meines Erachtens am ehesten bei einem Uruk nachvollziehen, dass er es schafft seine Orkischen Instikte zu unterdrücken, zumindest vorerst. Die Uruk-hai haben ja im Vergleich zu den gemeinen Orks eine wesentlich höhere Willenskraft und Disziplin.
Doch auch wenn das der Fall ist könnte ich es mir eigentlich nur vorstellen, dass es einem höheren (in dem Sinne böseren) Zweck dient und dass selbst ein Halbork bei all seiner Verderbtheit allenfalls eine neutrale Haltung einnehmen würde, zumindest was den Ringkrieg betrifft, und keinesfalls eine rechtschaffene.
(Sei es zum Beispiel ein Uruk-Hauptmann der seinem Herren abschwört um eine eigene Bande von Banditen oä aufzustellen. Dieser würde den alten Mann nicht anrühren, falls er sich davon etwas bestimmtes verspricht im Gegensatz zu einem Ork dem man selbst als dunkler Herrscher keine 5 min über den Weg trauen kann :joke: ).
Doch auch das könnte ich mir bei einem Uruk-hai, aufgrund der angesprochenen Disziplin nur vorstellen wenn er quasi den Respekt (und Frucht) vor seinem Herren verloren hat (Wenn zB. ein Uruk aus der Armee Isengarts dem späteren Scharrer begegnen würde.)
Fraglich wäre dann nun welche Ziele der Uruk letztendlich verfolgt (der Monolog gibt ja schon einige Hisweise aber nichts konkretes, weiss er es überhaupt selbst?) und wieso er diese Ziele nicht wie üblich direkt mit Gewalt durchsetzt (geht schneller^^)
Fraglich ist auch wieso der Alte Mann nicht in Panik verfällt als ihm klar wird, dass er einen Ork vor sich hat, aber dazu kennen wir eben die Hintergründe noch nicht.
Ich könnte mir vorstellen, einfach mal aus dem Bauch heraus: der Uruk traf den Mann nicht zufällig sondern der Alte verfolgt seine eigenen Absichten und ist nicht was er scheint. Möglicherweise möchte er an Informationen kommen, und stellt sich klein und schwach, um nicht den Eindruck einer Bedrohung zu erwecken, denn in dem Fall würde der Uruk wohl sofort angreifen und mit Gewalt bekäme man aus ihm wohl kein Wort heraus.
Mir ist auch der Gedanke an Radagst gekommen, dafür würde sprechen "Düsterwald" und "Ich kenne Vögel die mir Geschichten zutragen." und es würde erklären warum er den Ork nicht fürchtet und ihn sogar auffordert zu bleiben.

Naja Cylchírion das ist erstmal wie versprochen mein Senf dazu. Vielleicht passts, vielleicht nicht, vielleicht werft einfach den Ring ins Feuer^^
Ich frage mich nur erstmal was aus den erbarmungslosen kämpfenden Uruk-hai geworden ist
- >>"Wir sind die kämpfenden Uruk-hai! Wir haben den großen Krieger erschlagen."<<
Die Antwort bleibt uns diese Kurzgeschichte vorerst schuldig...

PS: was die Bewertung angeht, da bin ich ja immer für alles was RP und dergleichen betrifft zu haben und da hast du mit dieser (und übrigens auch der obigen Story) ein gutes Werk getan ;)

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Re: Cylchírions Feder

Beitragvon Cylchírion » 27.04.2015, 19:22

Danke dir! Aber wenn du den Text nochmal überliest, wirst du feststellen dass es sich nicht um Radagast handelt. Obwohl ich mir jetzt eigentlich auch diesen gut vorstellen könnte. Aber das war ja meine Absicht auch mal ein wengi zu hören was jeder denkt. Der Mann ist nämlich blind. Steht oben auch im Text! Den Rest muss ich halt noch entwickeln oder neu entwerfen!


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